Am vergangenen Sonntag konntet ihr »» den ersten Teil meines Interviews mit Camgirl Marie lesen und heute gibt es den zweiten und damit letzten Teil des Interviews.
Ich: Ich würde gerne noch ein bisschen über deine Anfänge als Camgirl reden, wenn du magst. Wie wird man eigentlich Camgirl? Wie war das bei dir?
Marie: Eine gute Freundin hat mich dazu gebracht. Sie war wohl genervt davon das bei mir immer Ebbe in der Kasse war, wenn wir gemeinsam shoppen gehen wollten. Ich war in der Ausbildung und da ist das Geld normalerweise knapp. Irgendwann hat sie mich mal angesprochen und mich gefragt, ob ich mir nicht einen Hunderter im Monat dazu verdienen will. Klar wollte ich das!
Sie hat mir dann erzählt was sie Privat am PC so alles treibt und das sie am PC Männer befriedigt. Erst war ich geschockt, aber dann habe ich es mir bei ihr zu Hause angesehen. Und es war überhaupt nicht schlimm, überhaupt nicht schmuddelig, sondern ganz entspannt und sogar sexuell stimulierend. Da wusste ich: Ok, das will ich auch machen.
Ich: Ist also Geld deine Motivation?
Marie: Ja, klar. Was denkst du denn? Könnte ich damit kein Geld verdienen, würde ich das natürlich nicht machen. Ich bin glaube ich, attraktiv genug für die Männerwelt und könnte jeden Tag im wahren Leben Sex haben wenn ich es wollte. Es gäbe keinen Grund für mich Sex am PC zu haben. Vielleicht hätte ich es mal aus reiner Neugier ausprobiert, aber dabei wäre es dann wohl auch geblieben. Der reale Sex mit realen Männern ist durch den Online Sex ja nicht zu ersetzen.
Ich: Was verdient ein Camgirl denn so im Monat?
Marie: Ich glaube da gibt es von Mädchen zu Mädchen große Unterschiede. Das hängt doch auch davon ab wie gut ich als Camgirl bin und wie geil ich es meinen Männern besorge. Kommen die wieder zu mir und wollen die mehr? Immer wieder und immer mehr? Man kann da keine pauschale Summe nennen. Und selbst wenn ich es könnte, würde ich es nicht tun. Über Geld sollte man besser nicht sprechen. Das führt entweder zu Mitleid oder zu Neid.
Ich: Aber so schlecht kann die Bezahlung in deinem Fall ja nicht sein, sonst würdest du es ja nicht über Jahre hinweg machen.
Marie: Ja. Davon kannst du ausgehen. Reich werde ich dadurch zwar nicht, aber ich kann jetzt mit meiner Freundin jederzeit shoppen gehen, ohne das sie von mir und meiner ständigen Geldnot genervt ist. Diese Zeiten sind Dank meiner Online Männer vorbei.
Ich: Du nennst sie deine Männer?
Marie: Ja, sie gehören mir. Ich besitze zumindest ihren Schwanz und dieser Teil ist ja nicht so unwichtig für die Männer. Das war Spaß! Auf eine gewisse Weise sind es meine Männer, weil sie mit treu sind und mich über Jahre regelmäßig besuchen. Viele kenne ich mittlerweile in- und auswendig, ihre private Situation, ihre berufliche, ihre Träume, ihre Sorgen und ihre Geheimnisse auch.
Ich: Das klingt sehr spannend. Ist es wirklich so, dass manche Männer zu dir kommen und dabei nicht an Sex interessiert sind? Sondern nur reden wollen?
Marie: Das passiert recht häufig, ja. Viele Männern die mich besuchen sind sehr gestresst, vom Beruf, von der privaten Situation. Ihnen fehlt oft ein Ansprechpartner dem sie sich anvertrauen können. Natürlich gäbe es da weitaus bessere Alternativen als eine Frau in einem Erotik Chat, aber als sie mich das erste Mal besuchten wollten sie auch nicht reden.
Im Laufe der Zeit hat sich dann eben eine Vertrautheit entwickelt und manche Männer sehen mich inzwischen auch als Zuhörerin. Ich kann dich aber beruhigen. Nachdem sie sich ihren Stress von der Seele geredet haben lassen sie auch gerne noch anderweitig ihren Druck ab.
Ich: Faszinierend. Fühlst du dich dabei nicht manchmal überfordert? Ich stelle mir das nicht so einfach vor, sich die Probleme von anderen anzuhören. Erwarten die Männern nicht auch Rat und Hilfe von dir?
Marie: Ich habe gelernt persönliche Grenzen zu setzen und ziehe diese dann auch, wenn ich das Gefühl habe das sie überschritten werden. Mir hatte mal ein wirklich netter Mann wochenlang jeden Tag im Chat erzählt, dass seine Frau sich jeden Abend betrinkt und ihn dann schlägt. Er völlig verzweifelt und suchte immer wieder Hilfe bei mir. Er wollte wissen was zu tun ist und ob er seine Frau verlassen soll. Die beiden hatten 2 Kinder miteinander. Am Ende der Erzählungen wollte er trotzdem immer wieder auch Sex und ich hatte verständlicherweise große Probleme damit.
Am Ende habe ich ihn quasi für meinen Chat gesperrt. Ich war mir nicht sicher ob er das Ganze nicht nur erfunden hatte, weil das sein spezieller Fetisch war der ihn geil machte. Es war mir aber auch egal. Ich habe ihm empfohlen zusammen mit seiner Frau erst eine Eheberatung und danach eine Suchtberatung aufzusuchen und ihn dann verabschiedet. Er hatte die Grenze klar überschritten und mich damit in eine Situation gebracht, die mich belastete. Letztlich muss ich zuerst an mein Wohlbefinden denken, anders geht es nicht.
Ich: Das ist wirklich absolut krass Marie. Ich bin sprachlos.
Marie: Hui. Das wäre aber das erste Mal bei dir, wo du doch sonst eine echte Klatschtante bist. *bussi*
Ich: Auf jeden Fall zeigt mir diese Geschichte, dass es eine gute Idee war dich zu überreden hier mitzuwirken. Ich freue mich wahnsinnig auf deine Erzählungen und auf deine Erfahrungen. Meine Blogleser freuen sich bestimmt auch schon auf dich. Danke für dieses Interview mein Engel und bis bald!
Marie: Ich freue mich auch schon und bin gespannt auf die Reaktionen, falls es überhaupt jemanden interessiert. *lach* Bis bald Starker.
Damit sind wir am Ende des Interviews mit Marie. Ich hoffe es hat euch ein wenig gefallen und ihr freut auch auch schon auf die Berichte von Marie. Wir werden bestimmt bald schon von ihr hören.

